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	<title>Digitales Museum &#8211; Aktives Museum Südwestfalen</title>
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	<description>Das Aktive Museum Südwestfalen ist ein Museum, das die Regionalgeschichte des Kreises Siegen-Wittgenstein während der Zeit des Nationalsozialismus darstellt.</description>
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		<title>Ein Kleiderbügel erzählt eine Geschichte</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2021 11:52:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitales Museum]]></category>
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<p>Führungen durch die Ober- und auch die Unterstadt gehören seit vielen Jahren zum Angebot des Aktiven Museums Südwestfalen. Dabei wird deutlich: Es ist nichts geblieben von den Geschäften jüdischer Eigentümer, die zahlreich um den Marktplatz in der Marburger-, der Kölner Straße, der Sandstraße bis zum Siegener Bahnhof existierten. Ihre &#8222;hohe Zeit&#8220; erlebten sie in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Es waren Schuh-, Wäsche-, Haushaltswaren- und Konfektionsgeschäfte für Damen- und Herrenbekleidung. &#8222;Manufakturwaren&#8220; hieß seinerzeit noch der gängige Sammelbegriff. Besonders in der &#8222;Siegener Zeitung&#8220; fand man damals umfangreiche, häufig ganzseitige Anzeigenwerbung der jüdischen Geschäftsinhaber. Daneben sind zum Teil Kassenzettel, Briefbögen, Werbeteller oder auch Kleiderbügel mit Firmenaufdruck erhalten, die auch im Aktiven Museum ausgestellt werden. </p>



<p>Im Oktober 2011 fand die 83-jährige Birlenbacherin Magdalene Otto einen Kleiderbügel, den sie zunächst von der gehäkelten Umhüllung befreite. Darunter kam der Aufdruck &#8222;Kaufhaus zur billigen Quelle – L. Reches, Marburgertor 4 &amp; 24&#8220; zum Vorschein. Frau Otto übergab den Kleiderbügel daraufhin an das Aktive Museum Südwestfalen. </p>



<p>Laser Reches und seine Frau Lisa stammten aus der Gegend von Lemberg und waren 1910 nach Siegen gezogen. Ihre beiden Kinder Ida (*1912) und Julius (*1921) wurden hier geboren. Neben einem kleinen Schuhladen am Marburger Tor 24, betrieb das Ehepaar ein &#8222;Partiewaren-Geschäft&#8220; (Rest- und Sonderposten, heute ein Second-Hand-Laden) ein paar Häuser weiter, am Marburger Tor 4.  Die Geschäfte gingen mehr schlecht als recht. Die Kinder Ida und Julius konnten nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung im März bzw. September 1937 nach Palästina ausreisen. Ida Reches lebte bis zu ihrem Tod 1991 im Kibbuz Ginossar am See Genezareth. Mit ihrer 1940 geborenen Tochter besuchte sie in den 1960er und 1970er Jahren mehrfach ihre Geburststadt. Auch Julius Reches ist längst verstorben. </p>



<p>Laser und Lisa Reches konnten aus Altersgründen nicht mehr fliehen. Sie wurden am 28. April 1942 nach Zamosc in Südpolen deportiert und ermordet. </p>
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		<title>Fürs Leben lernen</title>
		<link>https://www.aktives-museum-suedwestfalen.de/fuers-leben-lernen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Sep 2021 11:35:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitales Museum]]></category>
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<p>Inge Frank wurde als jüngstes Kind der Eheleute Paula geb. Bär und Samuel Frank am 23. Januar 1922, dem 6. Geburtstag ihres Bruders Manfred, in Weidenau/Sieg geboren. Schwester Ruth kam am 28. Dezember 1912 zur Welt. Samuel Frank betrieb ein über Weidenau hinaus angesehenes Manufaktur- und Konfektionswarengeschäft.</p>



<p>Zur Einschulung erhielt Inge Frank 1928 von ihren Eltern ein Schreibpult. Der dunkel gebeizte Holzschreibtisch hatte eine aufklappbare Arbeitsplatte, unter der die Schülerin Hefte und Bücher aufbewahren konnte. Oberhalb befand sich eine schmale Ablage für Tintenfass und Schreibutensilien. Nach Abschluss der Grundschule besuchte Inge – wie zuvor ihre Schwester Ruth – das neusprachliche Mädchengymnasium (Lyzeum) in Siegen, das sie im November 1938 verlassen musste. Ruth Frank war seit 1934 mit Herbert Frankenstein aus Solingen verheiratet. Das junge Ehepaar floh im Juli 1938 nach Amerika und nahm später den Namen Frank an. </p>



<p>Nach dem Novemberpogrom wurde das Geschäft von Samuel Frank zwangsweise „arisiert“. Inge absolvierte von Februar 1939 bis Ende Juli 1940 im Israelitischen Kinderheim in Köln, Lützowstraße, eine Ausbildung zur Kinderpflegerin. Eine deutsche Schule durfte sie nicht mehr besuchen. Ihr Bruder Manfred verließ im Mai 1939 Deutschland auf dem Schiff &#8222;St. Louis&#8220; und wurde im Juli von England aufgenommen.</p>



<p>Als Inge Frank 20 Jahre alt war, wurde sie zusammen mit ihren Eltern Paula und Samuel mit weiteren 44 Siegerländer Jüdinnen und Juden am 28. April 1942 über Dortmund nach Zamosc in Polen deportiert wurden. Am Abend vor der Deportation verlobte sich Inge mit ihrem Freund Heinz Lennhoff (21) aus Plettenberg, der mit den Eltern nach der erzwungenen Abgabe der Metzgerei zu Verwandten nach Netphen gezogen war. Mehrfach erreichten Nachrichten aus Zamosc das Siegerland. Das letzte Lebenszeichen von Inge stammte vom 18. Januar 1943. Von den rund 800 Deportierten aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc hat niemand überlebt. Heinz Lennhoff und seine Eltern wurden am 28. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert.</p>



<p><strong>Wie kam das Objekt in das Aktive Museum Südwestfalen?</strong></p>



<p>Als Inge Frank nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nicht mehr an dem Schreibpult lernen durfte, schenkte sie es dem jungen Mitbewohner Klaus Fries. Ihm und seinen fünf Geschwistern, die ihre Schularbeiten daran machten, war die Geschichte der Familie Frank immer bewusst. Heute erinnert dieses Objekt gerade Schülerinnen und Schüler anschaulich an das Leben der jungen Inge. </p>
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